Bericht des Kirchengemeinderates Wellingsbüttel zum Jahr 2020, Teil 1 Aktuelle Informationen

  1. Aktuelle Informationen

1.1 Gemeindeleben in Corona-Zeiten

Der Kirchengemeinderat ist mit großer Vorfreude und vielen neuen Perspektiven in das Jahr 2020 gestartet. Mit Pastorin Bräunig begann ein neuer pastoraler Abschnitt in unserer Gemeinde; mit Herrn Riechers hatten wir auch einen neuen Küster; im Sommer mussten wir zwar leider unsere langjährige Gemeindesekretärin Frau Rebentisch mit dankbarer Wehmut in den Ruhestand verabschieden (Corona-bedingt nur in einem sehr kleinen Rahmen), doch konnte fast nahtlos anschließend Frau Eisenhuth ihre Arbeit im Kirchenbüro aufnehmen, wo sie gemeinsam mit Frau Waschkeit in den meisten Angelegenheiten der Gemeinde erste Ansprechpartnerin ist.

Mit der Entscheidung, die Sonntagsgottesdienste um 11:00 Uhr zu beginnen, haben wir eine fast historische Entscheidung für die Gemeinde getroffen und Mitte des Jahres umgesetzt. Da wir nur noch eine Pfarrstelle für unsere Gemeinde haben, machten wir uns auf den Weg zu einer engeren Kooperation mit der Kirchengemeinde Sasel, die mit uns und Poppenbüttel eine sogenannte Region in unserem Kirchenkreis bildet.

Wir ahnten nicht, welche Schwierigkeiten ab Mitte März durch die Corona-Pandemie auf uns zukommen würden. Es waren und sind große Herausforderungen an alle Gemeindeglieder, aber insbesondere auch für alle hauptamtlich und ehrenamtlich in der Gemeinde Tätigen.

Die immer wieder wechselnden Anforderungen und Szenarien waren nur mit Improvisationstalent und hohem Zeitaufwand zu erfüllen. Um ein Beispiel zu nennen: die Konfirmationen des Jahres 2020, die ursprünglich in vier Gottesdiensten erfolgen sollten, mussten für jeweils 3-4 Jugendliche auf insgesamt elf Gottesdienste verteilt werden. Daher dankt der Kirchengemeinderat sehr herzlich

  • Pastorin Bräunig für ihren unermüdlichen und großen Einsatz,
  • Herrn Schott für die Kirchenmusik, die in den schwierigsten Coronawochen von Herrn Boris Havkin mit seinen Blechbläsern wohltuend ergänzt wurde,
  • Frau Pasche, die gerade auch für die vielen kleinformatigen Konfirmationen auf dem Kirchplatz in diesen Zeiten eine wichtige Stütze war sowie
  • Frau Waschkeit und Frau Eisenhuth, die im Kirchenbüro jede Programmänderung so zu begleiten wussten, als wäre dies alles eingespielte Routine.
  • Und nicht zuletzt geht unser Dank an unseren Küster Herrn Riechers und Frau Merkel, die beide schon allein wegen der Abstandsregelungen und Hygieneanforderungen deutlich mehr als üblich zu bewältigen hatten.

Die Unsicherheiten für die Gestaltung unseres Gemeindelebens werden in den nächsten Monaten eher zunehmen. Dennoch: alle werden ihr Bestes geben, unseren Glauben, der uns im Inneren stützt, auch zu unseren kirchlichen Feiern und bei Gottesdiensten gemeinsam leben zu können – auch am Ende des Kirchenjahres und in der Weihnachtszeit.

1.2 Planung eines Sprengels mit der Kirchengemeinde Sasel

Unsere Pröpstin Frau Lübbers hat den Kirchengemeinden Sasel und Wellingsbüttel dringlich empfohlen, sich zu einem Sprengel zusammenzuschließen. Hintergrund ist die Tatsache, dass bei jeder freiwerdenden Pfarrstelle damit gerechnet werden muss, dass diese nicht wieder besetzt werden kann. Das haben wir in Wellingsbüttel bei der halben Pfarrstelle von Pastorin Ohff erlebt und dieses stand auch für Sasel im Raum nach dem Wechsel von Pastorin Starfinger in die Kirchengemeinde St. Pauli. Daher musste die Kirchengemeinde Sasel damit rechnen, diese Stelle nicht mehr nachbesetzen zu dürfen.

In dieser Situation hat unsere Pröpstin auf der Basis eines Beschlusses der Kirchenkreisleitung zugesagt, dass die Pfarrstelle Starfinger mit einer Pastorin oder einem Pastor im Probedienst ab Februar 2021 unter der Bedingung nachbesetzt werden kann, dass die Kirchengemeinderäte in Sasel und Wellingsbüttel bis zum 10. Oktober 2020 jeweils eine Absichtserklärung zur Gründung eines Pfarrsprengels abgeben würden, in den sie alle Gemeinde-Pfarrstellen einbringen. - Nach gründlicher Beratung haben beide Kirchengemeinderäte einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Was bedeutet Sprengel?

Die kirchenrechtlichen Regelungen zum Sprengel sind sehr knapp und stehen in § 81 der Kirchengemeindeordnung. Danach gilt:

  • beide Kirchengemeinden bleiben rechtlich selbstständig,
  • alle Pfarrstellen gehören beiden Gemeinden gemeinsam (§ 81 Abs. 1),
  • jede Kirchengemeinde bildet einen eigenen Kirchengemeinderat (§ 81 Abs. 2 Satz 1),
  • die Kirchengemeinderäte treten in allen gemeinsamen Angelegenheiten des Pfarrsprengels zu gemeinsamer Beratung und Beschlussfassung zusammen ( § 81 Abs. 1 Satz 2),
  • die Kirchengemeinden in einem Pfarrsprengel können die Haushalte getrennt oder gemeinsam führen (§ 81 Abs. 3).

Wie geht es weiter?

  • Beide Kirchengemeinderäte haben eine Arbeitsgruppe gebildet, die teils gemeinsam, teils in gesonderten Sitzungen die Regularien für einen gemeinsamen Sprengel konkretisieren werden.
  • Der Kirchengemeinderat Wellingsbüttel beabsichtigt, vor einem endgültigen Beschluss zur Gründung eines Sprengels diese Regularien der Gemeinde-Öffentlichkeit vorzustellen und Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

Der Kirchengemeinderat sieht die Bildung eines Sprengels aus folgenden Gründen positiv:

  • Die pastorale Betreuung einer Gemeinde mit nur einer Pfarrstelle ist schwierig und erfordert eine enge Kooperation mit einer oder mehreren Nachbargemeinden.
  • Aus diesem Grund hat sich bereits seit Amtsantritt von Pastorin Bräunig die Zusammenarbeit zwischen den Pastores beider Gemeinden erheblich intensiviert und positiv entwickelt. - Daher haben insbesondere die Pastores der beiden Gemeinden eine Sprengelbildung unter Einschluss aller Pfarrstellen nachdrücklich befürwortet. 
  • Die Aussicht, dass in Sasel die Pfarrstelle Starfinger mit einer Pastorin oder einen Pastor im Probedienst nachbesetzt wird und dass darüber hinaus diese/r dann nach Ablauf der Probezeit auf dieser Stelle auch weiterhin tätig sein kann, beinhaltet die sehr wertvolle Perspektive, dass für etliche Jahre der Pfarrsprengel Sasel/Wellingsbüttel über vier Pfarrstellen verfügen wird.
  • Zwar sind die vier Pfarrstellen nicht langfristig gesichert, die Vorteile eines Sprengels ergeben sich aber gerade auch bei einer reduzierten Anzahl von Pfarrstellen.

Und mit einem Blick in die fernere Zukunft ist es auch angebracht, in dem kleineren Rahmen zweier Gemeinden ein Modell zu entwickeln und zu erproben, das später vielleicht auch für die Kooperation in der Region – nämlich unter Beteiligung der KG Poppenbüttel - Früchte tragen kann.

Einige Eckpunkte für die vorbereitenden Arbeiten:

  • Der KGR hat in seinen Beratungen folgende Ziele für die Zusammenarbeit mit Sasel im Rahmen eines Sprengels formuliert:

  • in jeder Gemeinde bzw. an jedem Kirchenstandort soll mindestens ein Pastor bzw. eine Pastorin als prägende geistliche Leitung für die Gemeindeglieder erlebbar sein,
  • pastorale Kapazitäten sollen durch KGR- und Ausschuss-Sitzungen nicht unnötig gebunden werden, daher sollen Grundsätze entwickelt werden, dass insbesondere nicht alle Pastores an jeder KGR-Sitzung der beiden Gemeinden teilnehmen,
  • die Identifikation der Gemeindeglieder mit ihrer Kirche bzw. Gemeinde, die auch von räumlicher Nähe abhängig ist, darf nicht gefährdet werden und ist mit entsprechender Aufgabenverteilung unter den Pastores möglichst zu stärken (dabei sollen Chancen, Gemeinsamkeiten im größeren räumlichen Verbund zu entwickeln, nicht verbaut und durchaus genutzt, aber auch nicht erzwungen werden).

  • Unbeschadet weiterer Erkenntnisse in den bevorstehenden Beratungen gibt es im KGR keinerlei Absichten, die Haushalte der beiden Gemeinden gemeinsam zu führen.

1.3 Weitere Perspektiven für das neue Jahr 2021

Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie werden die Kirchensteuern deutlich sinken und die Einnahmen für die Kirchengemeinden abnehmen. Die Prognosen der Amtskirche beziffern das Minus auf etwa 20 %.

Vor diesem Hintergrund wird der KGR seine Überlegungen zur Begrenzung der Ausgaben intensivieren. Es wird auch darum gehen, Ideen zu entwickeln, wie einzelne Projekte gegebenenfalls durch Spenden oder Fundraising finanziert werden können.

Darüber hinaus gibt es im KGR Aktivitäten, für die Immobilien der Gemeinde ein Konzept mit mittel- und langfristiger Perspektive zu entwickeln, damit auch insoweit nachhaltig gewirtschaftet werden kann.

Eine für den November geplante Klausur des Kirchengemeinderates über die weitere Entwicklung unserer Gemeinde mussten wir wegen der aktuellen Lage absagen. Die Klausur ist ins nächste Jahr verschoben worden und wird sich u.a. mit folgenden Themen zu befassen haben: besonderes Profil der Gemeinde, Herausforderungen, Arbeit des Kirchengemeinderats, zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeit, Kooperation in einem Sprengel bzw. in der Region.

Und weiterhin werden wir immer wieder kurzfristig reagieren müssen je nachdem, wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch weiterhin unter den Corona-Bedingungen für Taufen, Trauungen und Konfirmationen deutlich mehr zusätzliche Termine angeboten werden müssen, um den Personenkreis bei den Amtshandlungen zu beschränken.

1.4 Fragen und Anregungen

Selbstverständlich antworten wir gern auf Ihre Fragen. Bitte tragen Sie auch an uns heran, was Sie sich in unserer Gemeinde wünschen.

Nennen Sie uns dabei bitte Ihre Adresse bzw. möglichst Ihre E-Mail-Adresse. Sie werden von uns Antwort erhalten.