Angedacht. Fürchte dich nicht! Matthäus 1,20


„Das habe ich mir anders vorgestellt.“, denkt Josef. Maria ist schwanger. Das Kind ist nicht von ihm. Er überlegt, Maria heimlich zu verlassen. Im Traum erscheint ihm ein Engel: „Fürchte dich nicht!“, sagt er und Josef bleibt.

In der Weihnachtsgeschichte wimmelt es von Engeln. Sie warnen, trösten, geben Zeichen. Sie machen Mut. Die Engel kleiden sich in Worte. Immer wieder sagen sie: „Fürchte dich nicht!“

Als ob das so einfach wäre, keine Angst zu haben, wenn das Leben auf links gedreht wird. Wenn ein Kind vom Himmel fällt. Wenn unsere erträumte Zukunft in weite Ferne rückt. Die Engel lehren uns Vertrauen: Ganz egal was kommt, in welchen Raum Dich das Leben schubst – auch wenn es einer ist, den Du freiwillig nie betreten hättest – Du kommst da durch. Fürchte Dich nicht!

Was passiert, wenn ich mich von meinen Vorstellungen und Plänen frei mache und dem Leben die Hand aufhalte? Ich mache Erfahrungen. Auch Erfahrungen, die ich selbst nicht gewählt hätte.

„Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.“, hat der dänische Philosoph und Theologe Søren Kierkegaard (1813-1855) es in Worte gefasst. Brüche im Leben können uns zu Umbrüchen im Denken werden.

„Ich habe mir das anders vorgestellt.“, denkt auch Maria. Doch dann gibt sie sich dem Leben hin. Sie hält ein Kind in den Armen und weiß: Es ist gut so wie es ist. Gott sei Dank!

 

Eine besinnliche Adventszeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich Ihnen und Euch allen!

Ihre und Eure Pastorin Gesina Bräunig