Herzlich Willkommen in unserer Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wellingsbüttel


Geistliches Wort

Jesus Christus spricht: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“

Matthäus 16,26

Liebe Leserinnen und Leser!

„Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele“, schreibt Kurt Tucholsky in seiner Sommergeschichte „Schloss Gripsholm“. Bei ihm hat die Redewendung aus den unzähligen Urlaubskatalogen wohl ihren Ursprung. Haben Sie in den zu-rückliegenden Sommerwochen Ihre Seele baumeln lassen?

Wir glauben, Gott hat dem Menschen die Seele eingehaucht. Sie ist der Ort, an dem mein Gewissen, meine Wünsche, meine Sehnsüchte wohnen. Aus ihr entspringen Glaube, Hoffnung, Liebe. Dankbarkeit, Demut und Verantwortungsgefühl haben in der Seele ihren Platz und auch die Kunst, über mich selbst zu lachen.

Was passiert, wenn ich mich auf eine Wiese lege und all das in mir schwingen lasse?
Ich komme in Kontakt mit meinem Herzen. Erinnerungen haben Raum, lange Ver-gessenes. Manchmal ist das schwer auszuhalten. Still zu werden, braucht Zeit und Muße. Wir sind ein anderes Tempo gewohnt. Schnell kreisen unsere Gedan-ken um all das, was zu erledigen ist: Beruf, Kinder, Aufgaben.
Doch was hilft es uns, wenn wir die ganze Welt gewinnen, alles mit Bravour meistern, dabei aber selbst auf der Strecke bleiben, weil wir unsere Seele außer Acht lassen?

Für die Seele müssen es nicht immer Stunden auf der Wiese sein. Zeit ist, zum Glück, relativ. Im Alltag reicht auch der Blick in den Spiegel, abends, beim Zähneputzen, mit der Frage: Hat es mich glücklich gemacht, wie ich heute gelebt habe? Wie bin ich mit mir und den anderen umgegangen?
Wir sorgen für unsere Seele, indem wir aufmerksam sind. Indem wir einander durchs Leben begleiten. Und vor allem, indem wir lieben.
Unsere Seele genießt es, wenn wir Gemeinschaft erleben, miteinander feiern, etwa am 25. August beim Sommerfest. Unsere Seele singt mit, wenn wir unsere Loblieder singen, an Erntedank.

Sonntags in die Kirche zu kommen, ist auch Balsam für unsere Seele. Da kann sie zur Ruhe kommen und sich berühren lassen von den alten Worten der Bibel: „Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“ (Mt 8,8)

Ihre und Eure Pastorin

                    Gesina Bräunig



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